Man wird mich in Zukunft nicht mehr in fremde Länder einreisen lassen. Die Person auf meinem neuen Pass und neuen Personalausweis ist einer Verbrecherkartei entsprungen.
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Meine Füße gehören eher zur Sorte "gebrauchsfähig". Und außer, dass ich eine griechische und eine ägyptische Fußform mein Eigen nennen darf, sind meine untersten Extremitäten nun nicht außergewöhnlich. Gut, sie passen aufgrund eines hohen Rists und einer gewissen bäuerlichen Breite nicht in jeden Schuh, aber das müssen sie ja auch nicht. Ist ohnehin ungesund, wie wir seit Aschenputtel wissen. Bislang war mir das Zurschaustellen meiner Füße eher etwas unangenehm, aber seit einigen Wochen zeige ich sie gern. Das liegt an: Prune noire. Der Gentleman behauptet zwar, der Nagellack sähe aus, als sei ich im Dunkeln gegen einen Werkzeugkasten getorkelt. Aber in Wirklichkeit bin ich eine wahre Trendsetterin. In Kreuzberg trägt man diese Farbe gern. Und zu den neuen Keilabsatz-Espadrilles mit Peep-Toe sieht dieser dunkle Lilaton sehr chic aus. Übermorgen probiere ich knallrot aus. Damit meine Füße auch zu den neuen Keilabsatz-Blümchensandalen passen. Knallrot wie frisches Blut, damit bleibe ich dann wenigstens im Verletzungsmodus.
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Es fällt mir zunehmend schwerer, Worte aus meinen Fingern fließen zu lassen. Vielleicht, weil ich auch im realen Leben langsam verstumme. Es gibt einfach keine Geschichten mehr. Alles ist Alltag.
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Es gibt Musik, die mir Brechreiz verursacht. Die jungen, 11 oder 12 oder sonstviele Tenöre, einzelne Tenöre, die sich in keltischer Popmusik versuchen sowie sämtliche Andrew Lloyd-Webber-Werke. Zum Mittagessen knödelten die Tenöre "Lass es Liebe sein", während ich einen Hackbraten aß. Die letzte Pommes Frite schob ich mir zu einer von etlichen mittelmäßig begabten Tenören abwechselnd vorgetragenen Version von "Herz aus Glas" in den Mund. Das Völlegefühl und die leichte Übelkeit konnten nicht allein vom Essen verursacht sein. Bei Schwiegermutters Geburtstagsabendessen abends dann schraubte sich Björn Casapietra, den ich in den 90ern einmal in einer Vorabendserie gar nicht mal ganz so unattraktiv fand, mit "Mull of Kintyre" in Gehörgänge und Magenschleimhaut. Beinahe hätte ich die leckeren Häppchen von mir gegeben.
Heute war der ideale Tag, um mit tenoraler Bulimie anzufangen.
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Den Entschluss gefasst, dass dieses, mein, Auto das letzte meines Lebens sein wird. Ich brauche kein eigenes Auto. Nicht für Fernreisen, nicht in der Stadt, nicht als Statussymbol. Und schon gar nicht bei diesen Benzinpreisen, die sicherlich immer weiter steigen werden. Also: Wenn der TÜV uns scheidet, sehen wir mal, wohin mich der ÖPNV und die Bahn mich bringen.
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Die Suche wurde also aus Kostengründen aufgegeben. Sie hätten es doch viel billiger haben können. Sie sehen auch gar nicht anders aus als wir. Aber unter der menschlichen Oberfläche sind sie ganz anders. Sie kommen aus einer ganz anderen Welt und tarnen sich nur. Sie sind unter uns, hier in der kleinen Stadt hart an der Grenze!
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Und dann sagten einige Paare, sie hätten es schon mal ausgerechnet. Es würde sich aber in den meisten Fällen nicht lohnen. Gründe gibt es viele. Dafür und dagegen. Vor allem den einen: Man muss nicht. Aber man kann.
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Heute bei der Kaltmamsell einen sehr schönen Begriff gelernt: NIMBY. Was das bedeutet (und dass wir uns alle mal an der eigenen Nase fassen sollten) kann man hier lesen.
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"Das Produkt wird nicht mehr vertrieben", bescheidet mit die Parfümeriefachverkäuferin kurz und bündig, und ich weiß: Der Horror beginnt.
Opfer kurzlebiger Modetrends auch in Sachen Körperbeduftung, falle ich alle vier Jahre in ein Geruchstief. Denn dann wird "mein" Duft vom Markt genommen. Und ich muss einen neuen, "meinen" Duft finden. Das gestaltet sich allein schon schwierig, weil ich nach drei Duftproben keinerlei Geruchssinn mehr spüre. Innerlich schwillt alles an, und ich kann Maiglöckchen nicht mehr von Hundedreck unterscheiden. Um da mal keinen Fehler zu machen, hatte ich zum diesjährigen Kauf den Gentleman mitgenommen.
Die freundliche Parfümeriefachverkäuferin fragte zuerst, wie ich den Duft beschreiben würde. Blumig? Holzig? Grün? Pudrig? Ja. Sowieso. Von allem etwas, so würde ich mein altes Parfüm beschreiben. Aber auf jeden Fall nicht schwer. "Da hätte ich dann zwei oder drei Proben für Sie", sagt die Verkäuferin und sprüht giftig Riechendes auf die Papierstreifen. Der Gentleman verdreht die Augen und fällt lautlos hinter den Stand mit Geschenkverpackungen. Das nächste riecht nach Seife, das übernächste nach Weichspüler der übelsten Sorte und das dritte rieche ich schon nicht mehr.
Wenn der Duft nicht überzeugt, dann vielleicht der Flakon oder der Name, fällt mir ein. Die Parfüms von Gaultier gehen schon allein wegen dieses lächerlichen Frauentorsos im Glasflakon nicht. Und Namen sind ohnehin Schall und noch mehr Rauch als leichtflüchtige Düfte. Da fällt mein Blick auf eine Flasche. Schlicht, mit dezentem Schliff und etwas altmodischem Verschluss. Irgendwie hübsch. Und dann der Name! "Escale à Pondichéry" - das lässt Fernweh und Erinnerungen aufleben. Daneben steht "Escale aux Marquises", auch so ein Sehnsuchtsziel. Beides auf die Handgelenke gesprüht, dann schnell den Gentleman aufgeweckt und noch mal eine Runde einkaufen gegangen.
Danach ist es klar: Aufbrechen zu neuen Ufern ist angesagt. Nicht nach Indien geht die olfaktorische Reise, sondern in die Südsee, auf die Marquesas. Und der Gentleman kann mich auch wieder riechen.
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Nein, ich habe es nicht geschafft. Allen Salaten, eingeschränktem Frühstück und reduzierter Kalorienaufnahme zum Trotz bin ich nicht leichter geworden. Da sind noch die ein oder anderen Kilochen, die einfach nicht verschwinden wollen. Und das, obwohl sie doch, bitteschön, unter einen feinen, edlen Stoff passen sollen ohne aufzutragen. Allein, es hat nicht sollen sein. Deshalb habe ich mir die erste Miederhose Bauch-weg-Hose meines Lebens gekauft.
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Und übrigens finde ich diesen Frauentag total überflüssig. Mir wären Frauenquoten, täglich gelebte und qualitativ durchgesetzte, wesentlich lieber.
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Es gibt so Tage, an denen müsste man sich eigentlich krank melden, weil man vor lauter Kopfschütteln eine Gehirnerschütterung bekommt. Wenn sich Entscheidungen Anderer so anfühlen, als lebten diese in einer Parallelwelt, einer, in der Milch und Honig fließen, der Sozialismus noch Staatsreligion ist und auch sonst Geld keine Rolle spielt. Man darf nur hoffen, dass diese Wirrköpfe, deren Aktivitäten der Steuerzahler auszubaden hat, recht bald allesamt der Schweinegrippe erliegen.
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