KriegsKind.

Vielleicht war es dieses ewige Kämpfen um Erfolg, um Anerkennung und Sicherheit, das ihn in den letzten Jahren so diskussions-, ja, disputfreudig machte. Das ihn dazu brachte, sich gegen vermeintliche Feinde aus dem Ausland, gegen die vermeintlichen Gewinner der Wiedervereinigung auszusprechen. Das ihn mich gelegentlich provozieren ließ, mal sehen, was sie dazu sagt, wenn ich sie auf ihre Herkunft reduziere.

Nicht mit mir, sagte ich, und ich denke, dass wir danach besser miteinander auskamen. Dass wir einander respektieren konnten, obwohl wir so unterschiedlich waren, er, der örtlich wie politisch Verwurzelte, und ich, die Wurzellose, die gleich einer Schlingpflanze an seinem Sohn emporrankte auf der Suche nach Wärme, nach Liebe.

So ein Leben macht einen mitunter ratlos.

Wie soll es erst einem ergehen, dem der Vater im Krieg verschollen geht, der seine Mutter mit Anfang zwanzig verliert und dem drei kleine Geschwister zu ernähren sind? Einem, der gegen alle Widerstände studiert, sich so weit es geht, dem System fernhält, einem, der sich anpassen muss, wieder und wieder. Der nach der Wende ein Stück Sicherheit und Anerkennung verliert und dann erneut aufbaut. Ein Kriegskind, ein Krieger, ein müder Kämpe.

Schlafe wohl.

(E.S. 1935-2014)

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