Ein Sessel würde dem gemeinsamen Schlafraum eine noch gemütlichere Note verleihen, so der Gentleman, und im Übrigen könne man sich dann auch gelegentlich mit einem guten Buch und einer guten Musik zurückziehen.
Der Sessel ist gestern zusammengebrochen. Er konnte die Last der nicht eingeräumten Klamotten nicht mehr tragen.
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Ach, was wäre ein regnerischer Wochenbeginn ohne die Sichtung der Neugeborenen der hiesigen Käseblättchen. Ich begrüße diesmal auf das Herzlichste:
Hugo, Louisa Marie, Luise, Shamayel, Luca, Dejan und die beiden entzückenden Mädchen
Marcella Annika Giselle und Abby-Gail Cheyenne.
Bitte denken Sie sich zum letztgenannten (Zweit-)Namen eine Alliteration mit dem Nachnamen.
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Derzeit zieht sich eine Art Tomatensaftthema durch deutsche Blogs, das ich mir nur mit der Begeisterung für gesundes und wohlschmeckendes Essen, einer gewissen Experimentierfreudigkeit und der dreuenden Sommerbekleidungsproblematik erklären kann: das WebKochen.
Neidisch linse ich täglich bei Frau Gröner vorbei, um mich an den leckeren Rezepten zumindest virtuell und optisch zu laben. Dort spricht die Freude am Kochen, am Ausprobieren, am Kombinieren. Woanders faszinieren mich immer die Rezepte fremdländischen Ursprungs, weitergegeben innerhalb der Familie, und das sind ohnehin die allerbesten.
Bei Frau Schwadroneuse habe ich einen verwandten Geist entdeckt. Die dort gelebte Wiederverwertungstaktik vorhandener Gerichtreste und die Kombination mit nicht dazu passenden Zutaten kommt mir irgendwie bekannt vor.
Heute gab es Blumenkohl von gestern mit Käse überbacken und Nudeln. Erwarte minütlich das Eintreten einer Blumenkolik.
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Immer, wenn ich Herrn Westerwelle irgendwo im Interview sehe, muss ich an dieses wunderbare Tool Bullshit-Bingo denken, das es auch in einer Politikversion gibt.
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Krisengeschüttelt sind sie, unsere griechischen Nachbarn, der Ouzo schmeckt nicht mehr und von Knoblauch allein können allenfalls Vampire sterben. Immerhin, die schlimmste Karre aus dem Dreck gezogen haben sie: meinen - ehemals meinen - geliebten grünen VW-Bulli. Er fährt mit einem ambitioniert-kritischen Filmteam bis in die Türkei. Und die wird sicherlich noch mal überlegen, Aufnahme in die EU zu fordern.
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Vier Tanten und meine Großmutter in Kohle. Damit das Witwenglück meiner Altvorderen ein Gesicht erhält (und die gelesenen Geschichten auf der Bühne ein gutes Intro). Nächsten Donnerstag stehe ich wieder hinter dem Mikro, mit den für eine Lesung adaptierten lustigen Witwen.
Lange vergessene Talente brechen mit jedem Kohlestrich neu auf. Frühling ist's.
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Die Kollegin des Gentleman freut sich per SMS. Sie sei sicher, dass es Morgen nach fünf Tagen gestrandeter Existenz in Kuala Lumpur wieder mit dem Flugzeug nach Europa ginge. Das Wohin versah sie mit drei Fragezeichen. Man muss flexibel sein dieser Tage.
Mein Stiefvater, wohnhaft seit vier Monaten in der Nähe von Shanghai, freut sich über das gute Wetter in Niedersachsen, wo er seit vier Tagen auf den Rückflug wartet. So könne er, freut er sich, noch einige hübsche Ausflüge auf zwei Rädern machen. Der Solling habe schöne Motorrad-Strecken. Aber bis Mittwoch, bitteschön, solle der Flugverkehr nach Asien doch wieder aufgenommen werden. Für Mittwoch ist Regen in Niedersachsen angesagt.
So entschleunigt sich ein Jeder ein wenig und vielleicht mag man es doch schätzen, mal aus der Zeit geworfen zu sein. In früheren Zeiten, wissen Sie, war das Reisen noch ein Abenteuer.
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Ich weiß nicht, wann genau in den letzten Tagen im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr das Wort getötet durch gefallen ersetzt wurde.
Aber ich werde mein Augenmerk auf den Moment richten, in dem aus Friedensmission ein Krieg wird.
Es wäre schön, wenn Politiker die deutsche Sprache nicht länger vergewaltigen würden.
Aus dem Wörterbuch Poltik-Deutsch/Deutsch-Politik
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Der Eine trage des Anderen Last. Und wenn der Gentleman mit mir schimpft, hat es einen guten Grund. Zum Beispiel der dicke Autoatlas im Handschuhfach, der die Verriegelung blockierte und die Handschuhfachbeleuchtung (dass es so etwas gibt, wurde mir heute erstmals bewusst) im Permanentmodus laufen ließ. Heute morgen dann ein leises Klick und eine komplett leere Batterie. Der Gentleman hat glücklicherweise ein Batterieladegerät, ohne Fernbedienung übrigens. Ich segne ihn.
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In den vergangenen Tagen war mir diese Großflächen-Kampagne in Berlin und Potsdam aufgefallen. Und machte mich neugierig.

Auf der verlinkten Seite fand ich keine Auflösung, was mich natürlich - altes Neugiergen - fuchtig machte. Ich schaute immer mal wieder nach, googelte, bis ich vorgestern endlich die Auflösung fand.
Das nenne ich mal eine gelungene Neugiermaschine. Die kleine Potsdam war mir ja schon immer sympathisch. Muss demnächst mal ihren großen Bruder kennen lernen.
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Vor einigen Jahren zog eine Freundin aus Berlin in Richtung Rhein. Bevor alles in Kisten und Kästen verpackt werden sollte, bestellte sie mich, um den Kleiderschrank auszumisten. Ich bin nämlich ziemlich unbeeindruckbar, was persönliche Befindlichkeiten und Sentimentalitäten mit Kleidungsstücken betrifft. Also sortierten wir nach der "Drei-Stapel-Methode" aus, nach dem Motto: die Guten ins Schränkchen, die Schlechten in die Altkleidersammlung. Das klappte auch ziemlich gut, bis auf wenige wirklich nicht wegzudiskutierende Klamöttchen blieb ein schnell verpackbarer Stapel Schickes übrig.
Ob die selbe Methode auch für das Leben an sich anwendbar ist? Mal sehen.
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Eigentlich hätte ich den Fragebogen gern selbst ausgefüllt. Aber nachdem ich einige unschöne Erfahrungen mit Mitlesenden in der Realwelt gemacht habe, werde ich in Zukunft so lange nichts Persönliches mehr schreiben, wie ich mich nicht von diesem Maulkorb befreien kann. Daher nehme ich Percantas Idee auf.
Ich bin Chefin.
1. Was machst du beruflich?
Ich bin Geschäftsführerin eines Unternehmens, eines Familienbetriebs. Unsere Firma handelt mit Holz und Holzerzeugnissen wie Parkett und Leisten. Wir schneiden auch zu und lassen in Kooperation mit örtlichen Schreinereien Sonderanfertigungen für Industriebetriebe herstellen. Ich bin Chefin von 35 Mitarbeitern und kümmere mich neben den klassischen Geschäftsführeraufgaben darum, welche Produkte wir weiterhin vertreiben, z.B. ob wir in Zukunft auch auf den Verkauf von Fertigkonstruktionen wie Carports oder Gartenpavillons setzen wollen, um der Konkurrenz durch Baumärkte begegnen zu können. Meine Mutter, die Seniorchefin, arbeitet noch einige Stunden pro Tag und hält die jahrzehntelang gewachsenen Kontakte zu Großkunden. Wir sprechen uns bei wichtigen Entscheidungen meistens ab, aber sie will sich nächstes Jahr, wenn sie 75 wird, langsam aus der Firma zurückziehen und meinem Sohn ihre Firmenanteile übertragen. Dann wird er hoffentlich sein Ingenieurstudium abgeschlossen haben und mit Frau und Enkeltochter wieder an den Main zurückkehren. Meinem Mann, unserem Logistikverantwortlichen, wird das wohl nicht ganz passen, aber da muss er durch. Wie gesagt, ich bin die Chefin.
2. Was ist gut – was ist nicht so gut daran?
Ich habe Freude an der Arbeit. Entscheidungen fallen mir leicht, ich mag es, Probleme zu analysieren und dann Lösungen zu finden. Erleichtert wird mir die Arbeit natürlich durch unsere Angestellten, die allesamt sehr verlässlich sind und teilweise direkt nach dem Krieg bei uns als Lehrlinge angefangen haben. Sie gehören einfach zu uns.
Vereinfacht wird die Arbeit auch durch die Nähe zu unserem Haus, das gleich auf der anderen Straßenseite zum Firmengelände liegt. Dort wirbelt Frau M., die Haushälterin, der J. kümmert sich um den Garten und die Hühner, und Anna aus Kroatien, die sonst Frau M. hilft, soll sich auch ab dem nächsten Jahr um unsere Enkeltochter kümmern, wenn unser Sohn und die Schwiegertochter in der Firma anfangen. Die Schwiegertochter hat schließlich Betriebswirtschaft studiert, da wird sie sicher zur Hand gehen.
Es ist natürlich manchmal schwer, in einem Familienbetrieb zu arbeiten. Meine Mutter und ich haben in den letzten dreißig Jahren gelernt, damit umzugehen und arbeiten konstruktiv zusammen. Mit meinem Mann gibt es auch kaum Probleme, obwohl er manchmal noch diesen Offizierston anschlägt. Aber das nehmen ihm die Angestellten mittlerweile nicht mehr krumm, denn er hat die Logistik gut im Griff. Schließlich war er bei der Wehrmacht auch bei den Pionieren. Mal sehen, wie es nächstes Jahr mit unserem Sohn und der Schwiegertochter wird. Wir sind eine Familie und müssen zusammenhalten und -arbeiten.
3. Was wäre dein absoluter Traumberuf?
Ich wäre gern Ärztin geworden. Im zweiten Studienjahr kam der Krieg auch zu uns nach Hause mit der Nachricht, dass mein Bruder gefallen sei. Mein Vater holte mich eines Abends von der Universität ab und ging mit mir ins beste Restaurant der Stadt. Ich solle mich entscheiden, ob ich die Firma übernehmen wolle. Dafür müsse ich mein jetziges Studium aufgeben und Holzökonomie in Eberswalde studieren. Ich könne bei Tante Luise wohnen. Er würde trotz seiner Gicht sicherlich noch einige Jahre den Betrieb führen und meine Mutter arbeite ohnehin schon viel ab. Aber es sei meine freie Entscheidung. Ich habe mich dann für die Firma entschieden. Aber ich sehe meine beste Studienfreundin jetzt regelmäßig in ihrer Praxis schwitzen und glaube, es war damals keine so schlechte Entscheidung für die Familie.
4. Warum gerade dieser?
Mich haben Naturwissenschaften immer interessiert. Mit meinem Bruder, der ja nur eineinhalb Jahre älter war als ich, habe ich viele Experimente mit Chemikalien gemacht. Mein Onkel, der Apotheker, gab uns immer mal wieder ein paar Grundstoffe zum Experimentieren. Gern hätte ich als Ärztin in der Forschung gearbeitet. Aber das sollte eben nicht sein.
(H.M.H, *1922, meine Großmutter)
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