„Guck mal“, sagt die Eine zur Anderen, „guck mal, wie die sich wieder produzieren müssen.“ Die Andere guckt genauer hin und antwortet: „Finde ich auch. Immer diese Berliner.“
Eine Dritte kommt dazu. Sie zündet sich eine Zigarette an, nimmt einen tiefen Zug und sagt: „Entspannt euch, Mädels. Klar, Berliner haben immer eine große Schnauze, das wissen wir, und auch, dass sich Zugezogene schneller assimilieren als ihnen bewusst ist.“ Die anderen beiden verziehen das Gesicht, als hätten sie in eine Zitrone gebissen. „Aber“, wendet die Eine ein, „das ist doch doof: Immer lesen die nur in Berlin, und immer sind es dieselben.“ Die Andere fügt hämisch hinzu: „Die glauben, es sei Literatur, was sie da im Netz verzapfen! Pah!“
„Wirklich?“, fragt die Dritte. „Vielleicht in einigen Fällen, aber im allgemeinen steht da doch der Spaß am Schreiben im Vordergrund. Und diese Leserei ist eine Art Modeerscheinung. Außerdem können das auch andere Blogger organisieren. Ich hörte da letztens von Kielern, die so was planen. Und in Oldenburg soll’s ja auch eine Bloggistengemeinde geben. Der Wirt vom ‚Polyester’ wäre einer Lesung sicherlich nicht abgeneigt.“
„Aber wieso haben die uns nicht gefragt?“, wendet die Eine ein.
„Tja. Das müsst ihr die Veranstalter selbst fragen. Vielleicht sind da persönliche Vorlieben im Spiel, vielleicht wollten sie sich ein bisschen in den Vordergrund spielen. Vielleicht fanden sie an den Texten der Lesenden irgendetwas besonders schön, unterhaltsam oder interessant. Wer weiß das schon?“, fügt die Dritte hinzu und drückt die abgerauchte Kippe auf ihrem Handteller aus.
Die Eine zieht trotzig eine Schnute. „Ich organisiere jetzt auch so was. Und wenn keiner kommt, um meine Strickanleitungen zu hören, dann packe ich eben meine Katzenbilder raus.“
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Die Bulette in der Kantine des Grauens nächstes Mal ignorieren und lieber gleich zum welken Salat greifen.
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Wir freuen uns auf euch.
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Wie letztes und vorletztes Jahr, so auch dieses.
Zugenommen oder abgenommen? Unmessbares Wohlfühlgewicht mit Schwankungen. Diplomatisch genug?
Haare länger oder kürzer?
Länger. Nur den Entschluss, mir einen vollkommen unkleidsamen Pony schneiden zu lassen, den hätte ich mal besser sein lassen.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gleiche Antwort wie 2004: Gleichbleibend blind.
Mehr ausgegeben oder weniger?
Gleiche Antwort wie 2004: Weniger. Es war nicht so viel da.
Der hirnrissigste Plan?
Jemanden lieben zu wollen, der keine Verwendung für meine Gefühle hatte.
Die gefährlichste Unternehmung?
Mit dem Motorrad nach 14 Jahren zweirädriger Fahrabstinenz allein durch Indiens Süden zu fahren und dann in einem Sandloch stecken bleiben. Leute, es war trotzdem klasse!
Der beste Sex?
Deutlich zu wenig davon.
Die teuerste Anschaffung?
Wegen Diebstahl: ein neuer Laptop.
Das leckerste Essen?
Pakora in einem kleinen Dorf an der Nordgrenze Goas, direkt vom Marktstand heiß auf die Hand.
Das beeindruckenste Buch?
Life of Pi von Yann Martel.
Der ergreifendste Film?
Keiner.
Die beste CD?
Paolo Conte auf einer Dachterrasse in Kreuzberg.
Das schönste Konzert?
Keines. Alle Scheiße. 2006 muss es rausreißen. EOC in der Arena am 27. März.
Die meiste Zeit verbracht mit...?
Gleiche Antwort wie 2004: Dem Kampf um eine halbwegs sichere berufliche Existenz. Gewonnen. Auf den letzten Drücker
Die schönste Zeit verbracht mit...?
Freunden. Und für fünf Minuten die ganze Welt in einem Fingerhut mit einem ganz besonderen Menschen Idioten Menschen.
Vorherrschendes Gefühl 2005?
Wo ist der Notausgang?
2005 zum ersten Mal getan?
Arbeitslos sein. Nicht spannend.
2005 nach langer Zeit wieder getan?
Am Abgrund balanciert. Ich kann's noch.
3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Entlassung. Entlassung. Entlassung.
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Siehe unter hirnrissigstem Plan.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Zeit.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ein Ohr zum Zuhören. Eine Schulter zum Ausweinen. Ein Rat in schwerer Zeit.
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Ich mag, wie du denkst.
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ich bin sehr sparsam geworden mit schönsten Sätzen. Nächstes Jahr, wieder.
2005 war mit 1 Wort...?
Überlebenstraining.
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Baucheinziehen gegen Weihnachtssünden.
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Stayin’ home for Christmas. Entenbrust mit Ingwer-Safran-Sauce. Samtweicher Rotwein. Mandelkern und Apfelduft. Hundegebell. Artgerechtes Halten von Familienzuwachs. Intensives Bewundern desselben. Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, beschwipst. Viele Weißt-du-nochs und noch mehr Was-machen-wir-im-Sommer? Istanbul? Eher im Herbst. Budapest? Gern mal wieder. Rom? War ich noch nicht. Ich auch nicht. Dann Rom. Mai? Mai. Nächste Woche Terminabstimmung. Seid Ihr Schwestern? Nö. Aber irgendwie doch. Knupperkirschen auf dem Dach des Kunst + Technik am Bodemuseum. Gelächter. Schneeballschlacht. Gedanken an die Gegangenen. Freunde. Wahlfamilie statt Qualfamilie. Summer of 99. Weihnachten 05. Go for 06.
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Eine neue, nie gekannte Art: Controller-Witze. Vom Controller selbst erzählt.
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Diese Keksefresserei muss aufhören.
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Aus aktuellem Anlass – Happy Birthday, liebe F. und lieber C. – und weil es das letzte Sternzeichen ist, das seine guten Vorhersagen für 2006 bekommt, habe ich mir etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Steinböcke mit Geburtstag am 22.12. können sich gern bei mir ihr persönliches Sternzeichenbild abholen, gemalt mit Paint und original signiert. Einfach eine Mail schreiben an wortschnittchen.
Wer hätte das gedacht? So schnell? Und dann auch noch so gründlich? – Diese kryptischen Äußerungen von Verwandten, Freunden und Kollegen haben ihren Sinn. Steinböcke sind’s, die 2006 Grund für Spekulationen liefern. In der Gerüchteküche brodelt es!
Und das liegt an den Zutaten, die den Steinböcken aus einem schlichten Essen ein kosmisches 5-Sterne-Menü zaubern: Glück, Liebe, Gesundheit, Erfolg. Und wehe, es schmeckt den manchmal etwas nörgeligen Hornträgern nicht! Dann gibt’s was vom wortschnittchen-Orakel auf die Löffel.
Der Appetizer ist ein Kurzurlaub am Jahresanfang: Schnell entschlossen und nicht bereut fallen die Steinböcke bei netten Menschen in der Ferne ein, werden rundum versorgt und erholen sich prächtig. Zwischendurch gibt es ein kleines Karrieresüppchen, das auch von stressigen Kollegen nicht versalzen werden kann. Die beruflichen Nervensägen gucken sowieso in die Röhre, denn der Chef findet ohnehin: Steinböcke haben genau die richtige Prise Sachverstand gepaart mit Disziplin und Humor, die für eine wichtige und innovative Position notwendig ist.
Vorsicht, heiß! Der Hauptgang kommt glühend auf den Tisch, kühlt nur sehr langsam ab und hinterlässt ein sattes und warmes Gefühl im Bauch. Richtig, liebe Steinböcke, wir sprechen von der Liebe. Und die ist nächstes Jahr besonders gut gewürzt. Mehr davon, schreien die üblicherweise eher emotional zurückhaltenden Steinböcke und werden richtig gierig. Aber es ist ja genug für alle da, und so kommt der krönende Abschluss: Das Spitzendessert. Nix mit Crème brûlée oder Mousse au chocolat – es geht um die innere Ausgeglichenheit. Denn nächstes Jahr werden Steinböcke etwas tun, was in den letzten Jahren immer zu kurz kam: den Druck, immer und überall Höchstleistung zu bringen, und der sie auf andere Menschen manchmal etwas pedantisch wirken lässt, abschütteln.
Herzlichen Glückwunsch, liebe Steinböcke, das sollte den Hunger auf Leben doch erst einmal beruhigen, oder? Aber auf eines sollten die Gipfelstürmer achten: Nicht zu viel Wein trinken.
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Und weiter geht es mit der Jahresvorschau der Sterne für 2006. Jetzt in rasanter Folge. Das Besondere: Hier gibt es nur gute Vorhersagen! Viel Spaß wünsche ich insbesondere den Schützen, deren ganz besonderer Vertreter über mehr als 20 Jahre hinweg eine schier unglaubliche Freundesleistung hingelegt hat und deren Ende nicht absehbar ist. H., next year is your year.
Na, Holla die Waldfee, sagt sich so mancher Schütze in 2005 – und was hat er da Recht! Denn erstens hat das großzügige Wesen aus dem dichten Grün etliche offene Wünsche für die Schützen im Beutel und zweitens gibt es ohnehin kaum ein weniger sonniges Gemüt einen Schützen.
Das wissen vor allem Chefs zu schätzen. Nicht umsonst arbeiten Schützen überall dort, wo es auf Kommunikation und Dynamik ankommt. Vertrieb? Projektmanagement? Telefonsex? Alles schon gemacht, alles ausprobiert. Da sind Schützen flexibel. 2006 hängt der Karrierestern über ihnen und zwar so hell strahlend, dass sie sich ins Job-All beamen. Höher geht’s nimmer!
In der Liebe sieht es ebenfalls prachtvoll aus. Männer dieses Sternzeichens, so behaupten böse Zungen, quatschten so lange auf ihr Gegenüber ein, bis es entkräftet in die Federn sinkt. Das gute Wortschnittchen-Orakel weiß für 2006: Schütze-Mann, du nix reden, du nur sagen „Fee, bück dich, Wunsch ist Wunsch!“ Und schon ist die Gespielin willig. Was will Schütze mehr? Die Amazonen haben es dagegen ein wenig schwerer. Das Objekt der Begierde kommt einfach nicht aus dem Quark. Bevor sie dem lahmen Kerl den Gnadenschuss geben, kommt dieser dann doch in die Gänge und legt sogar noch einen Endspurt in der Gunst um das Herz der Schützin hin.
Und so heißt es für die Schützen nächstes Jahr: Ende gut, alles gut. Treffer, versenkt!
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Ich reagiere da allergisch, hörte ich oft von meiner Mutter, die ein wahrer Ausbund an körperlichen Reaktionen auf ihre Umwelt ist. Kein Sommer ohne saftigen Heuschnupfen, eine Nesselsucht im Herbst und die trockene Heizungsluft bringt eine Überempfindlichkeit hervor, die schleunigst mit heilenden Salben bekämpft werden muss.
Nun bin ich von derartigen Qualen weitgehend verschont geblieben. Offenbar haben sich die Gene meines Vaters durchgesetzt, irgendeine Kopplung von Kurzsichtigkeit und Allergieresistenz wahrscheinlich.
Bis Freitag. Freitag wollte ich der Welt meinen Nadelstreifenanzug präsentieren. Meinen ersten Nadelstreifenanzug, betone ich, da ich bislang doch mehr der lässigen Bekleidungsart zugetan war. Aber die Zwänge, man weiß ja. Diesen Nadelstreifenanzug habe ich noch nicht lange in meinem Besitz. Ergo: Noch nie getragen. Und anders als Unterwäsche wasche ich Oberbekleidung selten vor dem ersten Tragen.
Hätte ich's mal tun sollen.
Kurz gesagt: Es juckte. Höllisch. Da ich mich vor den neuen Kollegen nun nicht gerade durch permanentes Am-Arsch-kratzen empfehlen wollte, raste ich alle halbe Stunde auf die Toilette, um dem immer drängenderen Juckreiz nachzugeben. Bis Feierabend zierten etliche rote Striemen Oberschenkel und Gesäß. Zu Hause angekommen, riss ich mir das gute Stück vom Leib und sah in den Spiegel: Knallrote Haut. Von den Knien bis zur Hüfte.
Ich bin nun doch meiner Mutter nachgeraten. Ich bin Allergikerin. Aber mit einer exklusiven Variante: Nadelstreifenallergie.
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Und weiter geht es mit der Jahresvorschau der Sterne für 2006. Jetzt in rasanter Folge. Das Besondere: Hier gibt es nur gute Vorhersagen! Viel Spaß wünsche ich insbesondere den Skorpionen, deren nächtelange Diskussionen über C.G. Jungs Archetypen zusammen mit den getrunkenen Whiskeymengen aus mir beinahe ein glückliches Wrack machten.
Skorpione, um es einmal vorweg zu schicken, Skorpione sind ja seltsame Zeitgenossen. Sie befassen sich überwiegend mit den großen Fragen der Menschheit – Tod, Taxidermie, wo bekomme ich das nächste Taxi, wenn ich zuviel Wein aus Totenschädeln getrunken habe – und sind ganz allgemein den Abgründen des Lebens zugeneigt.
2006 hat das Wortschnittchen-Orakel eine ganz schlechte Nachricht für die Spinnentiere: Das ändert sich zu ihrem Entsetzen. Denn nächstes Jahr wird richtig super! Keine existenziellen Gedanken mehr – Skorpione entdecken die Leichtigkeit des Seins. „Worüber denke ich denn dann nach?“, werden sie sich fragen. Na, zum Beispiel darüber, was sie mit dem Gehaltszuwachs anfangen, der ihnen schon zu Jahresbeginn angetragen wird. Oder, wohin sie mit der/dem Liebsten fahren. Und hier wird es richtig amüsant: Der Skorpion an sich würde ja gern mal Urlaub in der Gruft machen. Nix da! Nächstes Jahr steht lockeres Relaxen an Strand und in Dünen auf dem Plan. Natürlich in der besten Begleitung der Welt. Und damit es den Skorpionen nicht zu wohl wird, schickt ihnen der Kosmos auch noch wunderbare Nächte. Die tagesscheuen Gesellen wissen das zu schätzen.
Alles in allem, liebe Skorpione, haben Sie 2006 die Sonne auf ihrer Seite. Nur keine Angst: Die tut gar nicht weh!
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