Dieser fiese Duft

Vorgestern stellten M. und ich fest, dass Frauen im Allgemeinen doch recht einfach gestrickt sind. Im Pub schlich sich ein eher mager gebauter Berufsjugendlicher mit deutlichen Aknespuren an uns vorbei. Offenbar hatte er Respekt vor M., einer nicht nur aufgrund ihrer 1,86 Meter Größe beeindruckenden Frau. M. guckte desinteressiert nach unten. Doch dann geschah etwas Seltsames. Fasziniert beobachtete ich, wie sich ihre Nasenflügel zu einem kurzen, aber intensiven Schnuppern blähten, ein Glitzern in die Augen trat. Sie stierte dem guten Jungen in nicht eben jugendfreier Manier hinterher.
"Was ist denn mit dir los?", fragte ich sie, "du hast eben gesabbert wie eine Bordeaux-Dogge." "Der roch so gut."
Da ich mich kurzfristig mit einer leicht verstopften Nase plagen muss, war mir dieses Riecherlebnis gänzlich entgangen. Aber mein olfaktorisches Gedächtnis funktioniert hervorragend und so wusste ich nach einem von M. ebenso erklärend wie wollüstig hervorgestoßenen "NIVEA After Shave Balm" sofort, dass der Magerling das Grundprinzip der Frauenbetörung verstanden hat. Denn Frauen sind einfach. Sie mögen eben einen ganz bestimmten Geruch. Und der ist nicht mal besonders teuer.
Also, Jungs, schmeißt euer AXE in den Müll, verbannt Versace, Hugo Boss und andere Duftlieferanten! Reibt eure - rasierten - Gesichter mit dem Leckersten ein, was je ein Kosmetikhersteller ersonnen hat. Und genießt die gierigen Blicke von mindestens zwei Frauen. Erfolg kann so billig sein.

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Olfaktorisch.
Danke. Danke. Danke. Während einer zweieinhalbstündigen Zugfahrt suchte ich nahezu ununterbrochen nach genau diesem Wort. Und dem Menschen, der es hätte wissen können, konnte ich keine SMS mit der Frage senden, weil er auf SMS-Nachrichten meist mit einem Anruf reagiert. Aber ich telefoniere im Zug so ungern. Danke.

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